Wovor haben wir Angst?

Das ist eine Frage, die wohl jeder für sich anders beantwortet. Ich möchte die These aufstellen, dass es grundsätzlich zwei Angst-Typen gibt. Die einen haben Angst vor dem Sterben. Die anderen haben Angst davor, nicht zu leben. Darin liegt ein fundamentaler Unterschied.


Angst-Typ "Ich habe Angst vor dem Sterben."

Der Mensch fürchtet sich vor dem Unbekannten. Was ist für uns unbekannter als der Tod? Darum fürchten wir uns so sehr vor dem Sterben. Wir wissen nicht, was hinter dem Vorhang ist. Gerade jetzt in einer Zeit von Krankheit und überbordernder Negativität. Der Tod scheint überall zu lauern, vor allem in dem, der Dir am nächsten steht, in dem Fremden in der Supermarkt-schlange, im Bus oder auf dem Marktplatz. Wir halten Abstand, bedecken unser Gesicht und betrachten "den Nächsten" nur noch als potenziellen Virenträger. Wir schließen die Grenzen, decken uns mit Klopapier ein und beschimpfen anders denkende Menschen. Zusammengefasst, wir distanzieren uns. Weiter und immer weiter. Und damit entfernen wir uns von uns selbst.

Angst-Typ "Ich habe Angst davor, nicht zu leben."

Die schlimmste Vorstellung für diesen Menschen ist, eines Tages auf dem Sterbebett zu liegen und sich eingestehen zu müssen: Ich habe die Dinge nicht gelebt, die ich leben wollte. Ich habe die Melodie nicht gesungen, die nur ich singen konnte. Ich habe meine Zeit vertan und nicht wirklich gelebt. Das ist die größte Angst dieser Menschen. Es sind z.B. Maler, Theaterspieler, Musiker, Schriftsteller und Freigeister, für die es in dieser Zeit sehr eng wird. Nicht nur finanziell, sondern vor allem wird ihre Welt kleiner, engstirniger und lauter. Eine Enge in der Kreativität im Keim erstickt wird. Eine Enge, die nach Weite und der Öffnung von Grenzen schreit, nach dem Abbau von Mauern im Innen und im Außen. Diese Menschen fürchten den Verlust von Freiheit mehr als den Tod.

Was haben beide Typen gemein? Sie haben beide Angst vor etwas. Das Objekt der Angst ist unterschiedlich, aber die Angst ist dieselbe. Was kann man tun?

Die Anwort muss wohl jeder in sich selbst finden. Wovor habe ich Angst? Wie kann ich damit umgehen? Warum habe ich diese Angst? Kann ich diese Angst für den Moment akzeptieren? Kann ich diese Angst vielleicht sogar transformieren?

Vielleicht führen Dich diese Fragen zu weiteren Fragen:

Wer bin ich? Warum bin ich hier? Was will ich noch erreichen mit meiner Zeit?

Das sind Fragen, die jeder Mensch für sich selbst anders beantwortet. Ich möchte dazu einladen, in dieser lauten Zeit im Außen, in die innere Stille zu gehen und in sich selbst zu forschen.


Für mich persönlich ist diese Angst eine große Chance. Eine Chance, diese Angst zu transformieren in Lebensvertrauen. Das Bild in diesem Post ist aus Seiffen im Erzgebirge. Das geschnitzte Kunstwerk hat den Namen "Der verlorene Sohn" und ist für mich ein Sinnbild von Urvertrauen, das verloren ging und wieder gefunden wurde.

Boris Schuler - Nordstern-Zentrum












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